Eva Becker

Über mich

Eva BeckerGeboren und aufgewachsen bin ich im Rheinland. In Berlin habe ich Ev. Theologie, Religionsgeschichte, Klassische Archäologie und Ur-und Frühgeschichte studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen.
Promoviert wurde ich im Fach Ur-und Frühgeschichte an der HU-Berlin mit dem Thema:
„Die altmongolische Hauptstadt Karakorum : Forschungs-geschichte nach historischen Aussagen und archäologischen Quellen“.

Berufserfahrung

Langjährige Praxis auf archäologischen Ausgrabungen im In- und Ausland. Seit 2011 bin ich freiberuflich als Müll-Archäologin tätig.

Warum Müll-Archäologie?

Als Archäologin und Religionswissenschaftlerin weiß ich, wie spannend es ist, Neues zu entdecken. Dabei ist es egal, ob ein Text oder ein Gegenstand aus einer fremden und/oder fremden Kultur und/oder aus einer längst vergangenen Zeit verstanden werden will, oder ob es die materiellen Hinterlassenschaften unserer Gegenwartskultur sind, die als „Schätze“ geborgen werden können.
Auf meinen Ausgrabungen im In- und Ausland konnte ich immer die Begeisterung der Menschen für die Archäologie beobachten und die Faszination, die von der Archäologie auf die Menschen ausgeht.
Seit ich das garbage project von Professor William Laurens Rathje von der University of Arizona kenne, bin ich fasziniert von der Müll-Archäologie. Die Müll-Archäologie ermöglicht es, sich mit einem brennenden Thema unserer Zeit, dem Müll, auseinanderzusetzen und Dinge über unsere Kultur und Gesellschaft kennenzulernen, die sich so nicht offenbaren.
So brachte die Müll-Archäologie, die auch häufig als „Garbologie“ bezeichnet wird, zu Tage, dass Menschen in Mangelzeiten mehr Lebensmittel wegwerfen als in Wohlstandszeiten. Nachgewiesen wurde dies, als es in den 1970iger Jahren angeblich einen Mangel an Rindfleisch in den USA gab. Auf den Deponien fanden die Müll-Archäologen gehäuft vergammeltes Rindfleisch. Dies schien daraus zu resultieren, dass die Menschen begannen, Rindfleisch zu hamstern, da sie einen Rindfleischmangel befürchteten. Ihre Hamsterkäufe konnten sie anscheinend nicht vollständig verzehren oder sachgerecht lagern, so dass das Fleisch irgendwann entsorgt wurde.

Die Müll-Archäologie ermöglicht Aussagen zur Esskultur, zum Freizeitverhalten, zum Medikamentenkonsum und vielen anderen Lebensgewohnheiten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Der Müll lügt nicht!

Die Müll-Archäologie bietet mir ein Instrument, mich mit einem Thema unserer Zeit zu beschäftigen und darüber hinaus durch die Arbeit mit anderen Menschen, vielleicht ein Bewusstsein im Hinblick auf unsere Wegwerf-Gesellschaft zu entwickeln.

Was mich noch fasziniert

Die Seidenstraßen, sowohl die Geschichte als auch die Gegenwart der Länder an diesen Straßen.